Amazons Cloudsparte Amazon Web Services (AWS) hat im dritten Quartal so stark zugelegt wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Wie Handelsblatt und CNBC berichten, stieg der AWS-Umsatz um 39 Prozent auf 46 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Hochgerechnet auf das Jahr erlöst die Sparte damit 184 Milliarden Dollar, ihr operatives Ergebnis sprang laut Handelsblatt um 56 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar.

Die Anleger überzeugte das dennoch nicht. Die Amazon-Aktie verlor am Donnerstag nachbörslich zeitweise mehr als acht Prozent. Gründe waren eine schwache Prognose für das Weihnachtsgeschäft, kaum Wachstum im Onlinehandel und Rekordsummen für den Ausbau von Rechenzentren. Der Konzernumsatz stieg um zwölf Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar und verfehlte die Analystenschätzungen knapp. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,89 Dollar, erwartet worden waren 1,96 Dollar. Den Gewinnrückgang erklärt Amazon mit einem Basiseffekt: Im Vorjahresquartal hatte ein Bewertungsgewinn auf die Beteiligung an Anthropic das Ergebnis erhöht.

Für Cloud-Kunden ist die Entwicklung ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Rechenleistung – getrieben durch KI-Anwendungen – weiter hoch ist. Gleichzeitig investieren die großen Anbieter massiv in Kapazitäten, was die Frage aufwirft, wie sich diese Ausgaben künftig in Preisen und Vertragsbedingungen niederschlagen.