Die US-Regierung ist nicht mehr der größte Einzelkunde von SpaceX. Wie Bloomberg am 29. Oktober unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtete, verbirgt sich hinter dem im jüngsten Geschäftsbericht von SpaceX genannten „Kunden B“ das KI-Unternehmen Anthropic. heise online griff den Bericht am 30. Oktober auf.

Nach den Angaben entfiel auf Anthropic im dritten Quartal rund ein Drittel des SpaceX-Umsatzes; Bloomberg Law spricht von etwa drei Milliarden Dollar pro Monat. Anthropic war laut heise im Frühjahr eine milliardenschwere Partnerschaft mit SpaceX eingegangen und hatte sich dabei einen Großteil der KI-Rechenkapazitäten der in SpaceX aufgegangenen Firma xAI gesichert, darunter ein großes Rechenzentrum in Memphis. Damit verschiebt sich das Kundenprofil des Unternehmens weiter weg von staatlichen Raumfahrtaufträgen, insbesondere der NASA, hin zum Geschäft mit Rechenleistung für KI.

Laut heise soll SpaceX nach dem Rekordbörsengang erstmals einen Milliardengewinn erzielt haben. Die Meldung zeigt, wie stark der Wettlauf um Rechenzentrumskapazität inzwischen auch Firmen außerhalb der klassischen Cloud-Branche verändert. Für KI-Anbieter wird der Zugang zu Rechenleistung zum zentralen Wettbewerbsfaktor, für Lieferanten wie SpaceX zum dominanten Umsatzbringer – mit entsprechender Abhängigkeit von einzelnen Großkunden. Offizielle Stellungnahmen der beiden Unternehmen zur Identität des Kunden enthalten die Berichte nicht.