Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt die technische Vorbereitung des digitalen Euro voran. Wie die EZB am 30. Oktober mitteilte und heise online berichtete, hat ein Konsortium aus dem italienischen Zahlungsdienstleister Nexi und der Deutschen Telekom den Zuschlag für zentrale Netzwerkdienste erhalten. Als zweiten, unabhängigen Netzwerkdienstleister wählte die Notenbank den spanischen Konzern Telefónica im Verbund mit der Indra-Tochter Minsait.
Beide Bietergemeinschaften erhalten laut heise einen Zehnjahresvertrag. Mit der Doppelvergabe will die EZB Ausfallsicherheit gewährleisten und Abhängigkeiten von einem einzelnen Anbieter vermeiden. Die Netze sollen die Rechenzentren der künftigen Plattform für Dienste rund um den digitalen Euro verbinden und Geschäftsbanken, Zahlungsdienstleistern sowie den nationalen Zentralbanken einen gesicherten Datenzugang bieten. Telefónica bringt nach eigenen Angaben ein MPLS-Netz und SD-WAN ein, Minsait kümmert sich um Integration und Sicherheit.
Die Vergabe ist nur ein Baustein: Bereits im Oktober 2025 hatte die EZB Rahmenvereinbarungen für fünf weitere Komponenten geschlossen, darunter Offline-Zahlungen und Betrugsschutz. Ein Pilotprojekt soll 2027 starten, die Einführung ist für 2029 angepeilt. Voraussetzung ist allerdings, dass der Rechtsrahmen auf EU-Ebene verabschiedet wird. Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen.


