OpenAI hat das Ziel seiner laufenden Finanzierungsrunde offenbar deutlich reduziert. Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider berichtete und Handelsblatt sowie TechCrunch am 31. Oktober aufgriffen, will der ChatGPT-Entwickler nun 20 statt 30 Milliarden Dollar einsammeln. Die Bewertung soll dabei bei 1,25 Billionen Dollar liegen; ursprünglich waren 1,4 Billionen Dollar angepeilt.
Als Hintergrund nennen die Berichte den jüngsten Ausverkauf bei US-Technologiewerten. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt über die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz, nachdem mehrere große Tech-Konzerne in ihren Quartalszahlen weiter steigende Investitionen angekündigt hatten. Dem Bericht zufolge könnte in einer ersten Tranche sogar weniger als die neue Zielsumme zusammenkommen, weil einige Investoren ihre Zusagen verringert hätten. Eine detaillierte Bestätigung durch OpenAI enthalten die Berichte nicht.
Für den Markt ist die Meldung ein Stimmungsindikator: Wenn selbst das bekannteste KI-Unternehmen Abstriche bei Kapital und Bewertung macht, wächst der Druck auf die gesamte Branche, Umsätze und Geschäftsmodelle schneller nachzuweisen. Für Unternehmenskunden ändert sich kurzfristig nichts an den Produkten; mittelfristig dürften Preis- und Tarifentscheidungen aber stärker von der Finanzierungslage abhängen.



