Meta Platforms hat gemeinsam mit dem chinesischen Robotik-Start-up Fourier Prototypen eines humanoiden Roboters entwickelt. Das berichtet heise online unter Berufung auf das US-Medium The Information. Der Roboter trägt den Namen „Max“ und soll Menschen bei alltäglichen Aufgaben im Haushalt unterstützen. Meta bestreitet die Arbeiten auf Nachfrage nicht, spricht aber von einem internen Projekt. Ein Verkauf der Roboter ist nicht geplant.

Gebaut in drei Monaten

Die Eckdaten des Prototyps sind bemerkenswert konkret. Max wiegt laut dem Bericht etwa 48 Kilogramm, ist rund 1,5 Meter groß und wurde von beiden Firmen innerhalb von ungefähr drei Monaten gebaut. Im Kopf sitzt ein Bildschirm, der Gesichtsausdrücke darstellen kann, dazu kommen fünf Lautsprecher und Hände mit fünf Fingern, die für kleine Gegenstände ausgelegt sind. Als Rechenbasis dient Nvidias Roboterplattform Jetson AGX Thor, die im August 2025 vorgestellt wurde und als Entwicklerkit 3499 US-Dollar kostet.

Mitarbeitende von Meta sollen in diesem Jahr rund zwei Monate in China verbracht haben, um mit Fourier an dem in Shanghai gebauten Roboter zu arbeiten. Ende August wurde der erste Prototyp intern auf einer Robotik-Veranstaltung gezeigt. Seit September arbeiten die Partner demnach an „Max 2“ mit umgestaltetem Oberkörper, verbesserten Händen, einem Projektor und zusätzlichen Sensoren, die auch Treppensteigen ermöglichen sollen.

Vom Software-Agenten zur Maschine

Hinter dem Projekt steht eine klare Strategie. Meta will seinen persönlichen KI-Agenten „Muse“ für Alltagsaufgaben offenbar auch in die physische Welt bringen. Schon Anfang 2025 hatte der Konzern das Open-Source-Framework Meta Partnr vorgestellt, mit dem Roboter lästige Aufgaben übernehmen sollen. Getestet wurde es damals auf Spot, dem hundeähnlichen Roboter von Boston Dynamics. Im Frühjahr übernahm Meta laut Bloomberg zudem das Robotik-Start-up Assured Robot Intelligence und integrierte dessen Team in die Meta Superintelligence Labs.

Fourier Intelligence hatte bereits 2024 einen eigenen humanoiden Roboter vorgestellt. Die Zusammenarbeit zeigt, wie stark die Hardware-Kompetenz für Humanoide inzwischen in China liegt. Selbst ein US-Konzern mit Metas Mitteln greift für schnelle Prototypen auf chinesische Fertigung und Ingenieurskunst zurück.

Einordnung

Humanoide Roboter gelten als eines der großen Versprechen der KI-Branche, doch der Weg in echte Haushalte ist weit. Die Geräte müssen sicher mit Menschen interagieren, unordentliche Umgebungen verstehen und zuverlässig greifen können. Dass Meta Max ausdrücklich nicht verkaufen will, passt dazu: Der Roboter ist vor allem ein Forschungsvehikel, mit dem sich KI-Modelle an realen Aufgaben trainieren und testen lassen.