Sechs von zehn Unternehmen in Deutschland nehmen die USA derzeit nicht als verlässlichen Partner wahr. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, veröffentlicht am 30. Oktober anlässlich der US-Zwischenwahlen am 3. November. Laut Bitkom und Bitkom Research halten 25 Prozent die USA für eher nicht und 34 Prozent für überhaupt nicht verlässlich. 24 Prozent sehen die USA als eher, 14 Prozent als sehr verlässlich.
Gleichzeitig ist die Verflechtung eng. 87 Prozent der Unternehmen, die digitale Technologien und Leistungen aus den USA beziehen, sehen sich davon abhängig, 47 Prozent sogar stark. Fast drei Viertel aller Befragten (73 Prozent) sorgen sich über Deutschlands digitale Abhängigkeit von den USA.
Viel Veränderung durch die Midterms erwarten die Unternehmen nicht. 30 Prozent rechnen danach mit mehr Verlässlichkeit in der US-Handelspolitik, rund die Hälfte (51 Prozent) mit keiner wesentlichen Veränderung und 13 Prozent mit noch geringerer Verlässlichkeit.
„Die USA sind und bleiben einer unserer wichtigsten Lieferanten, gerade bei digitalen Technologien, Software und Plattformen“, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Diese Verlässlichkeit habe zuletzt gelitten und müsse wiederhergestellt werden.
Für mittelständische Betriebe, die Cloud-Dienste, Bürosoftware und Plattformen fast ausschließlich von US-Anbietern beziehen, ist das mehr als ein politisches Stimmungsbild.


