Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen und staatlichen Spionagegruppen. Das geht aus dem „Legal Threat Landscape Report 2026“ des Sicherheitsunternehmens CrowdStrike hervor, den das Unternehmen am 28. Oktober vorgelegt hat und über den heise online berichtet. Die Zahl der Angriffe auf den Rechtssektor hat sich demnach gegenüber 2023 beinahe verdoppelt. Deutschland gehört neben den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Israel zu den am häufigsten attackierten Ländern.
82 Prozent der beobachteten Angriffe gingen auf finanziell motivierte Kriminelle zurück. Erpressergruppen nannten im Zeitraum von September 2025 bis August 2026 insgesamt 455 Organisationen aus dem Rechtssektor auf ihren Leak-Seiten, ein Plus von 39 Prozent. Sie nutzen die Verschwiegenheitspflicht aus, die Kanzleien unter Druck setzt, schnell zu zahlen.
Als aggressivste Gruppe nennt CrowdStrike „Chatty Spider“, deren Aktivität um 129 Prozent zulegte. Die Angreifer geben sich am Telefon als interne IT aus und bringen Personal dazu, Fernwartungssoftware freizugeben. In den USA verschafften sich angeheuerte Personen sogar physisch Zutritt zu Kanzleiräumen. Rund 18 Prozent der Angriffe werden staatlichen Akteuren zugeschrieben, überwiegend mit Verbindungen zu China.
CrowdStrike empfiehlt laut heise eine bessere Mehrfaktor-Authentifizierung und strengere Kontrolle von Fernwartungsprogrammen.


