Vor der anstehenden Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) warnt die Wohnungswirtschaft vor einer Fehlregulierung beim Glasfaserausbau in Gebäuden. Wie heise online und teltarif.de berichten, hat der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) dazu eine Studie vorgelegt.
Nach dem Kabinettsvorschlag sollen Telekommunikationsunternehmen bei Hauseigentümern anfragen können, ob sie ein Gebäude anschließen und die Inhouse-Verkabelung vornehmen dürfen. Eigentümer müssten binnen zwei Monaten erklären, ob sie zustimmen oder selbst binnen 24 Monaten ausbauen. GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser hält dieses Vollausbaurecht in der geplanten Form für nicht realistisch. „Wir brauchen einfach etwas längere Fristen“, sagte sie laut heise. Gefordert werden mindestens sechs Monate für die Erklärung, drei statt zwei Jahre für die Errichtung und sechs Monate statt sechs Wochen für die Einigung auf den Leitungsweg im Gebäude.
Folge der Gesetzgeber diesen Wünschen nicht, werde Glasfaser mehrfach verlegt, warnt der Verband. Hintergrund ist auch ein Machtkampf: Für Telekommunikationsunternehmen geht es um den direkten Kundenzugang in Mehrparteienhäusern, für die Wohnungswirtschaft um die Kontrolle über die Infrastruktur im eigenen Gebäude.
Für Mieter und Eigentümer hängt von der Ausgestaltung ab, wie schnell und zu welchen Bedingungen Glasfaser bis in die Wohnung kommt.


