Salesforce hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Rune Technologies unterzeichnet. Das gab der CRM-Konzern am 29. Oktober bekannt. Rune entwickelt Software, mit der Militäreinheiten ihren Nachschubbedarf vorhersagen und Ressourcen planen können. Den Kaufpreis nannte Salesforce nicht, laut einem Bericht von Resilience Media, auf den sich TechCrunch beruft, sind es 375 Millionen Dollar in bar und Aktien.

Logistik bis an die Front

Nach Angaben von Salesforce hilft die Technik von Rune Einsatzteams, Bedarf vorherzusagen, Ressourcen zu optimieren und Entscheidungen zu treffen, auch in Umgebungen mit wenig oder gar keiner Netzverbindung. Logistikentscheidungen im Feld fielen oft weit entfernt von den Unternehmenssystemen, die Personal, Ausrüstung und Material verwalten. Rune verbinde diese Informationen mit Echtzeitdaten aus dem Einsatz.

Die Übernahme soll das Geschäftsfeld Missionforce erweitern, mit dem Salesforce Behörden und Streitkräfte bedient. Ein Jahr nach dem Start wachse das Verteidigungsgeschäft um 80 Prozent im Jahresvergleich, Kunden kämen aus allen sechs Teilstreitkräften der USA. Hinzu kommt ein auf zehn Jahre angelegter Vertrag mit der US Army mit einem Volumen von bis zu 5,6 Milliarden Dollar. Salesforce bezeichnet Rune als seine bisher bedeutendste Übernahme im Bereich nationale Sicherheit.

Gründer und Investoren

Rune wurde laut TechCrunch 2024 gegründet und hat insgesamt 30 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem von Andreessen Horowitz, Point72 Ventures und IQT, einem von der CIA unterstützten Investor. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde das Start-up mit 127 Millionen Dollar bewertet. Rune-Chef und Mitgründer David Tuttle erklärte, mit Salesforce könne man das Aufgebaute weiterführen und die Logistik von der Front bis zur Unternehmensebene verbinden.

Ein Jahr der Zukäufe

Rune ist nicht der einzige Zukauf. Laut TechCrunch hat Salesforce in diesem Jahr vereinbart, die Plattform für KI-Agenten Fin, früher Intercom, für 3,6 Milliarden Dollar zu übernehmen. Zudem kaufte der Konzern Qualified für 1,2 Milliarden Dollar und unterzeichnete eine Vereinbarung zur Übernahme von Listen Labs. Salesforce reagierte nicht auf eine Anfrage von TechCrunch.

Was Kunden jetzt prüfen sollten

Änderungen an Produktpaketen und Preisen kündigt Salesforce in der Regel mit Vorlauf an. Unternehmen, die die Plattform nutzen, sollten die Release-Hinweise verfolgen und vor Vertragsverlängerungen klären, welche neuen KI-Funktionen enthalten sind und welche zusätzlich kosten.

Einordnung

Die Übernahmen zeigen zwei Stoßrichtungen: KI-Agenten für Vertrieb und Kundenservice sowie neue Märkte im öffentlichen Sektor und in der Verteidigung. Damit folgt Salesforce einem Trend, bei dem Softwarekonzerne verstärkt Aufträge von Streitkräften suchen.