Der Halbleiterhersteller Vishay baut sein Werk im schleswig-holsteinischen Itzehoe aus. Wie heise online und der NDR berichten, überreichte Landeswirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) einen Förderbescheid über rund 215 Millionen Euro von Bund und Land. Die EU-Kommission hatte die Hilfe bereits im Juli genehmigt. Vishay selbst spricht von einem „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ an Investitionen; nach Angaben des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Hein geht es um rund eine Milliarde Euro.
Die deutsche Tochter des US-Konzerns wird in einer weiteren Fabrik künftig Wafer mit 300 statt 200 Millimetern Durchmesser fertigen. Das ergibt laut heise 125 Prozent mehr theoretisch nutzbare Chipfläche pro Produktionsdurchlauf. Hergestellt werden sollen Power-Mosfets für hohe Ströme und Spannungen, unter anderem für die Autoindustrie, Industrieanwendungen und Hochleistungsrechner für KI. Trotz automatisierter Abläufe sollen bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen.
Madsen verwies auf unterbrochene Lieferketten der vergangenen Jahre und sprach von einer „gewissen Souveränität“. Vishay-Fertigungschef Markus Keil sagte, Förderung sei wichtig, weil die Kosten in Europa deutlich höher seien als etwa in Asien. Die FDP begrüßte die Investition, kritisierte aber die Informationspolitik der Landesregierung gegenüber dem Parlament.
Für Zulieferer und Dienstleister in der Region kann der Ausbau zusätzliche Aufträge und Fachkräfte-Zuzug bedeuten.



