Canonical hat die Entwicklung von Ubuntu 27.04 gestartet. Der Codename lautet „Tenacious T-Rex“. Graham Inggs vom Ubuntu-Release-Team kündigte am 30. Oktober auf der Mailingliste ubuntu-devel an, das Archiv sei nun für die Entwicklung offen. „Wir freuen uns anzukündigen, dass Tenacious T-Rex jetzt in die Entwicklung gestartet ist“, heißt es dort, wie ComputerBase berichtet. Die finale Version soll am 22. April 2027 erscheinen.

Auto-Sync mit Debian und erwartete Verzögerungen

In Kürze soll der automatische Paketabgleich mit Debian aktiviert werden. Dadurch kommt eine große Zahl aktualisierter Pakete ins Archiv, die neu gebaut und automatisiert getestet werden müssen. Das Release-Team erwartet deshalb in der ersten Phase Verzögerungen und Paketfehler und bittet die Community, bei der Behebung zu helfen. Entwickler sollen ihre Uploads zunächst in einer eigenen tenacious-Umgebung prüfen. Die bisherige Mailingliste für Paketänderungen wird durch einen Atom-Feed auf Launchpad ersetzt.

Der Zeitplan

Der Release-Plan steht bereits. Eine erste optionale Testwoche ist ab dem 24. Dezember 2026 vorgesehen. Am 25. Februar 2027 folgen der Feature Freeze und das Ende des Debian-Imports. Der Stopp für Änderungen an der Benutzeroberfläche ist für den 18. März geplant, der Freeze für Dokumentation und Kernel-Funktionen für den 25. März. Am 29. März 2027, einem Montag, folgen Beta- und Hardware-Enablement-Freeze.

Die öffentliche Beta soll am 1. April 2027 erscheinen. Danach sind am 8. April der Kernel Freeze und am 15. April der Final Freeze mit Release Candidate geplant. Am 22. April 2027 soll schließlich die finale Version veröffentlicht werden. Wie jede Zwischenversion erhält Ubuntu 27.04 neun Monate Support.

Was zu erwarten ist

Offizielle Details zu den Neuerungen gibt es noch nicht. Sehr wahrscheinlich wird Ubuntu 27.04 laut OMG! Ubuntu mit der Desktop-Umgebung GNOME 52 ausgeliefert, beim Kernel ist Linux 7.6 oder neuer im Gespräch. Phoronix und OMG! Ubuntu berichten zudem, dass Canonical den Umbau auf Rust-Komponenten fortsetzen und ntpd-rs als Standard für die Zeitsynchronisation einführen will. Auch die Arbeit an Ubuntu Core Desktop, einer unveränderlichen, vollständig auf Snaps basierenden Variante, soll vorangetrieben werden.

Einordnung

Der Start eines neuen Entwicklungszyklus ist Routine, zeigt aber die Richtung der Distribution. Mit Rust-Werkzeugen will Canonical Speicherfehler in Systemkomponenten reduzieren, mit Core Desktop setzt das Unternehmen auf ein robusteres, schwerer manipulierbares Basissystem.

Wer frühzeitig testen möchte, kann die täglichen Entwicklungsabbilder nutzen, sollte sie aber nicht auf produktiven Systemen einsetzen.