Die steigenden Preise für Arbeitsspeicher erreichen immer mehr Produktklassen. Raspberry Pi hebt den Preis des Raspberry Pi 5 mit 16 GB RAM seit dem 2. November um 80 Dollar auf 385 Dollar an. Wie heise online berichtet, ist es die vierte Erhöhung für dieses Modell nach Dezember 2025, Februar 2026 und April 2026. Zum Marktstart lag der Listenpreis bei 120 Dollar. Die 16-GB-Varianten des Compute Module 5 werden um 40 Dollar teurer. Laut ComputerBase müssen Käufer je nach Konfiguration mit 365 Euro rechnen.
Kein zweiter Lieferant
Raspberry Pi begründet den Schritt mit fehlenden Alternativen. Für den 16-GB-DRAM-Baustein gebe es keinen alternativen Lieferanten, schreibt das Unternehmen in seinem Blog, hinzu kämen Engpässe bei weiteren Bauteilen. Man habe pauschale Erhöhungen über die gesamte Produktlinie vermieden. Andere Speichergrößen bleiben diesmal unverändert, ebenso der Raspberry Pi 500+, obwohl er ebenfalls 16 GB RAM hat.
Der Hersteller empfiehlt, den Speicherbedarf von Projekten genau abzuwägen und gegebenenfalls ein Modell mit weniger RAM oder eine ältere Generation zu wählen. Die Marktlage bezeichnet er als vorübergehend und kündigt an, Erhöhungen zurückzunehmen, sobald die Speicherpreise wieder sinken. Laut Tom’s Hardware weichen manche Bastler bereits auf Mikrocontroller wie Pico oder ESP32 für kleine Projekte und auf Mini-PCs für größere Aufgaben aus.
Grafikkarten ziehen nach
Auch bei Grafikkarten steigen die Preise. Nvidias RTX 5080 ist laut heise derzeit kaum noch unter 2000 Euro erhältlich, ein Plus von über 30 Prozent in zwei Wochen. Die letzte unverbindliche Preisempfehlung lag bei 2099 Euro, wurde laut heise aber schon vor der Speicherkrise kaum erreicht. Die größere RTX 5090 liegt bei rund 8000 Euro. Gerüchte, Nvidia nehme die 5090 vom Markt, hatten die Nachfrage nach der 5080 angeheizt. Nvidia erklärte laut heise, die Karte werde „weiterhin ausgeliefert“, ohne ausdrücklich zu bestätigen, dass sie weiter produziert wird.
Auch Konzerne spüren es
Als wichtigster Treiber der Knappheit gilt die hohe Nachfrage nach Speicher für KI-Rechenzentren. Die Folgen reichen bis zu den größten Herstellern: Apple verwies bei der Vorlage seiner Quartalszahlen laut The Verge auf höhere Speicherkosten als im Vorquartal, die teilweise durch eigene Lagerbestände ausgeglichen worden seien. Laut TechCrunch stiegen Apples Lagerbestände im Jahresvergleich um 154 Prozent.
Für kleinere Abnehmer ist die Lage schwieriger, weil sie weder große Vorräte anlegen noch Sonderkonditionen aushandeln können. Ein Raspberry Pi 5 mit 16 GB kostet inzwischen mehr als das Dreifache seines Startpreises.


