Telefónica Deutschland verkauft seine Kundenservice-Standorte in Bremen und Rostock. Neuer Eigentümer der beiden Standorte mit rund 430 Beschäftigten soll zum 1. Januar 2027 der Dienstleister TP werden, der bis 2025 als Teleperformance firmierte. Den Vertrag unterzeichneten beide Unternehmen am 30. Oktober, wie Telefónica mitteilte. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Über den Kaufpreis wurde laut teltarif.de nichts bekannt.

Von fünf auf drei eigene Contact-Center

Mit der Transaktion reduziert Telefónica die Zahl der eigenen Contact-Center in Deutschland von fünf auf drei. Ziel bleibe es, flexibel auf Schwankungen im Anrufvolumen zu reagieren und Erreichbarkeit und Qualität zu stärken, heißt es in der Mitteilung. Das solle mit eigenem Team sowie mit automatisierten technischen Lösungen gelingen, bei Bedarf mit Unterstützung externer Partner.

Telefónica begründet den Schritt mit einer Phase der Transformation. Das Unternehmen berücksichtige verändertes Kundenverhalten, die Einflüsse Künstlicher Intelligenz auf Serviceleistungen und eine stärkere Arbeitsteilung mit Partnerfirmen. Tarife würden einfacher, Netze besser, Kunden griffen häufiger auf Self-Service zurück. „Priorität hat für uns eine nachhaltige Lösung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Chief Operating Officer Mallik Rao.

TP will die Standorte weiterbetreiben

TP will die Standorte in sein internationales Netzwerk integrieren und nach Möglichkeit für weitere Kunden vermarkten. Als Grundlage dient das Auftragsvolumen von Telefónica, das TP dort künftig als Dienstleister bearbeiten wird. TP ist laut teltarif.de bereits für Unternehmen aus Automobil-, Technologie- und Versicherungsbranche tätig.

Vorgeschichte und Sorgen der Gewerkschaft

teltarif.de hatte im September über die Pläne berichtet. Damals stand neben einem Verkauf auch eine Schließung im Raum. Laut internen Unterlagen, die teltarif.de vorlagen, war zunächst vorgesehen, das Arbeitsvolumen der beiden Tochtergesellschaften innerhalb von drei Jahren vollständig ins „Nearshore-Ausland“ zu verlagern. Ob das nach dem Verkauf an TP weiter gilt, geht aus den Mitteilungen nicht hervor.

Bereits im Sommer hatte Telefónica angekündigt, jede sechste Stelle abzubauen und rund 60 der etwa 800 o2-Shops bis Jahresende zu schließen, so teltarif.de. Die Gewerkschaft ver.di hatte damals vor Nachteilen auch für Kunden gewarnt.

Einordnung

Der Verkauf ist ein Beispiel für einen breiten Trend: Große Unternehmen verlagern Kundenservice an spezialisierte Dienstleister und setzen stärker auf Automatisierung. Für die Beschäftigten bedeutet das oft Unsicherheit, auch wenn die Standorte zunächst weiterbestehen.